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09.11.2000

Gegen 6.00 Uhr aufgestanden. Mit meinem Sohn Justus telefoniert. Gut gefrühstückt. Dann ins Internetcafe. Zur Botschaft. Dort teilte man mir mit, dass ich den Raum Lagos in Nigeria wegen zu hoher Kriminalität meiden soll. Bei verschiedenen Banken versucht, mit meiner Mastercard Geld zu bekommen. Ergebnislos. Zu Mittag gegessen. Weitere Banken aufgesucht. Auch die Travellerschecks werden nicht akzeptiert. Der Hotelportier fuhr mit mir abends zu einem Supermarkt. Da gab es für einen 500 Dollar Scheck 350.000 CFA. Abends noch mal mit Seppenrade und Lüdinghausen telefoniert. Die Luft ist warm und stickig vom Rauch und den vielen Fahrzeugen.

10.11.2000

Wie immer früh aufgestanden. O-Saft, Eier und sogar Brötchen gab es zum Frühstück. Wieder ins Internetcafe und andere Banken besucht. Keine Bank gibt mir Geld! Trotz der Bankprobleme bin ich guter Dinge und es geht mir bestens. Erfreuliche Mitteilung bei den Mails: Globetrotter tauscht mir meine Matratze um, die ich reklamiert habe. In einem österreichischen Restaurant Fleischhaxe gegessen. Lange nicht mehr soviel gegessen.

11.11.2000

Gegen 9.00 Uhr losgekommen. Milch und kühle Getränke gekauft. Gegen den Wind gefahren. Sehr hügelige Strecke. Trotz zusätzlicher Aufpolsterung des Sattels habe ich Probleme. Daher nach der Hälfte der geplanten Strecke an einer Gaststätte übernachtet. Ich habe auch leichtes Nasenbluten. Das könnte vielleicht an der heissen, trockenen Luft liegen.

12.11.2000

Ganz gut geschlafen. Zwischendurch hatte sich eine Ratte im Moskitonetz verfangen. Lassa lässt grüssen! Mit viel Pausen gefahren, da sich mein Hinterteil immer noch bemerkbar macht. In Koupela gegessen und ein Hotel aufgesucht. Das Bett war so dreckig, dass ich mich nur mit einem Leineninlett hereinlegen kann. Und das war das sauberste Zimmer! Die Geier fliegen hier zu den Tischen, wie bei uns die Spatzen. Abends ging es mir bezüglich Montezumas Rache nicht so gut.

13.11.2000

Durchgehend bis 6.00 Uhr geschlafen. Langsam bei starkem Gegenwind nach Tenkodogo gefahren. Zwischendurch sind herrliche Seen. Bald ein schönes 3-Sterne Hotel gefunden, dass auch einen Internetanschluss hat. Leider nimmt es auch nicht meine Mastercard. Daher muss ich morgen schon weiter. Wegen meines Magens wäre ich gerne noch einen Tag geblieben. Den 1. Kolibri gesehen.

14.11.2000

Wegen weiteren Beschwerden habe ich mich doch noch entschlossen, einen weiteren Tag hierzubleiben. Den ganzen Tag im Bett verbracht. Kein Mittagessen. Nur Tee getrunken. Medikamente gegen den Durchfall eingenommen. Die Pause ist ganz gut für meine Wunde am Bein und mein Hinterteil.

15.11.2000

Morgens merke ich immer noch etwas. Trotzdem nach dem Frühstück losgefahren. 2 hartgekochte Eier sowie 2 Liter Getränke reichten für 65 km bis zur nächsten Stadt Bitou. Bis zum nächsten Hotel in Dapaong / Togo sind es 100 km. Bis zur Grenze 36 km. Seit Koupela sind die Menschen noch freundlicher. Alles ist auch auffallend sauber und ordentlich. Abends geht es meinem Magen besser. Früh zu Bett, obwohl es mein letzter Abend in Burkina Faso ist.

16.11.2000 (Togo)

Gut geschlafen und der Magen ist wieder in Ordnung. 6.30 Uhr losgefahren. Ganz gut und ziemlich flott nach Dapaoug durchgefahren. Die Angabe mit 100 km war falsch. An der Grenze musste ich leider feststellen, dass ich für Togo kein Visum habe. Dies bekam ich dann für eine Markengebühr von 10.000 CFA ca. 30 DM für 7 Tage. Das Visum bekam ich ohne Antrag oder Unterschrift und ohne Impfzeugnis. Die Polizisten und die Menschen sind sehr nett. In Dapaong wurde ich von einem Moped bis zu einem Hotel hinter der Stadt geführt. In der Hoteleinfahrt bremste ich wegen eines Steines und fiel. 2. Sturz! Der feine Schotter sorgt für grosse Schürfwunden. Ich war aber auch zu schnell. :( Sofort geduscht und desinfiziert. Wie immer im Leben. Immer wieder was Neues. Es ging mir ja auch gerade wieder sehr gut. Eine Schildkröte gesehen. Baumwolle wegen meiner Sitzprobleme gesammelt. Am Hotel Schaumstoff gekauft. Fahrrad vom Sturz gereinigt und den Sitz aufgepolstert.

17.11.2000

Gegen 6.30 Uhr gab es Frühstück mit Ei und Orangensaft. Gut geschlafen. Da meine Sachen noch nicht gewaschen waren, verzögerte sich die Abfahrt. Das erste Stück war ein Hügel und dann kamen Wälder mit Teakholzbäumen. 2 Polizisten in Zivil auf einem Moped kontrollierten mich und erzählten mir, dass es hier Elefanten gibt. Ein anderer Mann erklärte mir, dass die Elefanten im September hier sind und dann nach Ghana gewandert sind. Die Gegend ist schön, die Strasse sehr schlecht aber oft eine Allee. Sogar rauschendes Wasser - es wurde etwas bergig - und neue Blumen und Vögel. Leider gibt es seit Wochen keinen km ohne verbrannte Erde zu sehen. Ganz selten ist angenehme und frische, duftende Luft. Entweder ist da der Qualm vom Feuer oder der Staub der Fahrzeuge. Das Aufpolstern des Sattels hat etwas geholfen aber ich muss noch mehr hinzufügen. Der Campagnement liegt in einem Wald innerhalb einer Stadt. Mein gestriger Unfall hat optisch schlimme Folgen aber beim Fahren merke ich nicht soviel. Abends Spaghetti mit einer scharfen Sauce gegessen und Malzbier getrunken. 20.00 Uhr ins Bett.

18.11.2000

Gegen 6.00 Uhr aufgestanden. Gefrühstückt. Den ganzen Tag durch den Nationalpark de la Karari gefahren. Affen gesehen. Die Fahrt war hügelig und sehr schön. Leider gab es an keiner Stelle kühle Getränke. In Kande am ersten Campagnement geblieben. Er war sehr sauber. Die Strasse war zu 50 Prozent ganz gut. Aber ich habe auch auseinandergerissene LKWs gesehen. Den Sattel noch weiter aufgepolstert. Versucht, eine Nachtaufnahme von den Bränden zu machen.

19.11.2000

Gut geschlafen. An der Strasse gefrühstückt. Leider habe ich mein Sitzkissen liegen gelassen und musste noch einmal über 2 Berge zurück. Dann kam ein Gebirgszug, wo sogar die LKWs im Schritttempo herunterfuhren. Es ging auch 5 km steil bergauf, so dass das Schwitzwasser nur so lief. Aber es war angenehm kühl. Das erste Wasser in klaren Bächen und eine Bar mit kühlem Malzbier. Das ist jetzt mein Hauptgetränk. Durch Niamtogo gefahren bis nach Kara. Gutes Hotel gefunden. Seit langem wieder zartes Fleisch gegessen. Leider nehmen sie meine Mastercard nicht an. Internetcafe gesucht. Es gibt auch 3 oder 4. Da sich aber keine Verbindung aufbauen liess, haben sie geschlossen. Ich würde gern noch hierbleiben. Immer noch Probleme mit dem Magen und meinem Hinterteil. Vermutlich war es das Wasser im Park.
"); ?> "); ?> Reisetagebuch 09.11. bis 19.11. 2000