Gegen 6.00 Uhr aufgestanden. Mit meinem Sohn Justus telefoniert. Gut
gefrühstückt. Dann ins Internetcafe. Zur Botschaft. Dort teilte
man mir mit, dass ich den Raum Lagos in Nigeria wegen zu hoher
Kriminalität meiden soll. Bei verschiedenen Banken versucht, mit meiner
Mastercard Geld zu bekommen. Ergebnislos. Zu Mittag gegessen. Weitere Banken
aufgesucht. Auch die Travellerschecks werden nicht akzeptiert. Der
Hotelportier fuhr mit mir abends zu einem Supermarkt. Da gab es für
einen 500 Dollar Scheck 350.000 CFA. Abends noch mal mit Seppenrade und
Lüdinghausen telefoniert. Die Luft ist warm und stickig vom Rauch und
den vielen Fahrzeugen.
10.11.2000
Wie immer früh aufgestanden. O-Saft, Eier und sogar Brötchen gab
es zum Frühstück. Wieder ins Internetcafe und andere Banken
besucht. Keine Bank gibt mir Geld! Trotz der Bankprobleme bin ich guter
Dinge und es geht mir bestens. Erfreuliche Mitteilung bei den Mails:
Globetrotter tauscht mir meine Matratze um, die ich reklamiert habe. In
einem österreichischen Restaurant Fleischhaxe gegessen. Lange nicht
mehr soviel gegessen.
11.11.2000
Gegen 9.00 Uhr losgekommen. Milch und kühle Getränke gekauft.
Gegen den Wind gefahren. Sehr hügelige Strecke. Trotz zusätzlicher
Aufpolsterung des Sattels habe ich Probleme. Daher nach der Hälfte der
geplanten Strecke an einer Gaststätte übernachtet. Ich habe auch
leichtes Nasenbluten. Das könnte vielleicht an der heissen, trockenen
Luft liegen.
12.11.2000
Ganz gut geschlafen. Zwischendurch hatte sich eine Ratte im Moskitonetz
verfangen. Lassa lässt grüssen! Mit viel Pausen gefahren, da sich
mein Hinterteil immer noch bemerkbar macht. In Koupela gegessen und ein
Hotel aufgesucht. Das Bett war so dreckig, dass ich mich nur mit einem
Leineninlett hereinlegen kann. Und das war das sauberste Zimmer! Die Geier
fliegen hier zu den Tischen, wie bei uns die Spatzen. Abends ging es mir
bezüglich Montezumas Rache nicht so gut.
13.11.2000
Durchgehend bis 6.00 Uhr geschlafen. Langsam bei starkem Gegenwind nach
Tenkodogo gefahren. Zwischendurch sind herrliche Seen. Bald ein schönes
3-Sterne Hotel gefunden, dass auch einen Internetanschluss hat. Leider nimmt
es auch nicht meine Mastercard. Daher muss ich morgen schon weiter. Wegen
meines Magens wäre ich gerne noch einen Tag geblieben. Den 1. Kolibri
gesehen.
14.11.2000
Wegen weiteren Beschwerden habe ich mich doch noch entschlossen, einen
weiteren Tag hierzubleiben. Den ganzen Tag im Bett verbracht. Kein
Mittagessen. Nur Tee getrunken. Medikamente gegen den Durchfall eingenommen.
Die Pause ist ganz gut für meine Wunde am Bein und mein Hinterteil.
15.11.2000
Morgens merke ich immer noch etwas. Trotzdem nach dem Frühstück
losgefahren. 2 hartgekochte Eier sowie 2 Liter Getränke reichten
für 65 km bis zur nächsten Stadt Bitou. Bis zum nächsten
Hotel in Dapaong / Togo sind es 100 km. Bis zur Grenze 36 km. Seit Koupela
sind die Menschen noch freundlicher. Alles ist auch auffallend sauber und
ordentlich. Abends geht es meinem Magen besser. Früh zu Bett, obwohl es
mein letzter Abend in Burkina Faso ist.
16.11.2000 (Togo)
Gut geschlafen und der Magen ist wieder in Ordnung. 6.30 Uhr losgefahren.
Ganz gut und ziemlich flott nach Dapaoug durchgefahren. Die Angabe mit 100
km war falsch. An der Grenze musste ich leider feststellen, dass ich
für Togo kein Visum habe. Dies bekam ich dann für eine
Markengebühr von 10.000 CFA ca. 30 DM für 7 Tage. Das Visum bekam
ich ohne Antrag oder Unterschrift und ohne Impfzeugnis. Die Polizisten und
die Menschen sind sehr nett. In Dapaong wurde ich von einem Moped bis zu
einem Hotel hinter der Stadt geführt. In der Hoteleinfahrt bremste ich
wegen eines Steines und fiel. 2. Sturz! Der feine Schotter sorgt für
grosse Schürfwunden. Ich war aber auch zu schnell. :( Sofort geduscht
und desinfiziert. Wie immer im Leben. Immer wieder was Neues. Es ging mir ja
auch gerade wieder sehr gut. Eine Schildkröte gesehen. Baumwolle wegen
meiner Sitzprobleme gesammelt. Am Hotel Schaumstoff gekauft. Fahrrad vom
Sturz gereinigt und den Sitz aufgepolstert.
17.11.2000
Gegen 6.30 Uhr gab es Frühstück mit Ei und Orangensaft. Gut
geschlafen. Da meine Sachen noch nicht gewaschen waren, verzögerte sich
die Abfahrt. Das erste Stück war ein Hügel und dann kamen
Wälder mit Teakholzbäumen. 2 Polizisten in Zivil auf
einem Moped kontrollierten mich und erzählten mir, dass es hier
Elefanten gibt. Ein anderer Mann erklärte mir, dass die Elefanten im
September hier sind und dann nach Ghana gewandert sind. Die Gegend ist
schön, die Strasse sehr schlecht aber oft eine Allee. Sogar
rauschendes Wasser - es wurde etwas bergig - und neue Blumen und Vögel.
Leider gibt es seit Wochen keinen km ohne verbrannte Erde zu sehen. Ganz
selten ist angenehme und frische, duftende Luft. Entweder ist da der Qualm
vom Feuer oder der Staub der Fahrzeuge. Das Aufpolstern des Sattels hat
etwas geholfen aber ich muss noch mehr hinzufügen. Der Campagnement
liegt in einem Wald innerhalb einer Stadt. Mein gestriger Unfall hat optisch
schlimme Folgen aber beim Fahren merke ich nicht soviel. Abends Spaghetti
mit einer scharfen Sauce gegessen und Malzbier getrunken. 20.00 Uhr ins
Bett.
18.11.2000
Gegen 6.00 Uhr aufgestanden. Gefrühstückt. Den ganzen Tag durch
den Nationalpark de la Karari gefahren. Affen gesehen. Die Fahrt war
hügelig und sehr schön. Leider gab es an keiner Stelle kühle
Getränke. In Kande am ersten Campagnement geblieben. Er war sehr
sauber. Die Strasse war zu 50 Prozent ganz gut. Aber ich habe auch
auseinandergerissene LKWs gesehen. Den Sattel noch weiter aufgepolstert.
Versucht, eine Nachtaufnahme von den Bränden zu machen.
19.11.2000
Gut geschlafen. An der Strasse gefrühstückt. Leider habe ich mein
Sitzkissen liegen gelassen und musste noch einmal über 2 Berge
zurück. Dann kam ein Gebirgszug, wo sogar die LKWs im Schritttempo
herunterfuhren. Es ging auch 5 km steil bergauf, so dass das Schwitzwasser
nur so lief. Aber es war angenehm kühl. Das erste Wasser in klaren
Bächen und eine Bar mit kühlem Malzbier. Das ist jetzt mein
Hauptgetränk. Durch Niamtogo gefahren bis nach Kara. Gutes Hotel
gefunden. Seit langem wieder zartes Fleisch gegessen. Leider nehmen sie
meine Mastercard nicht an. Internetcafe gesucht. Es gibt auch 3 oder 4. Da
sich aber keine Verbindung aufbauen liess, haben sie geschlossen. Ich
würde gern noch hierbleiben. Immer noch Probleme mit dem Magen und
meinem Hinterteil. Vermutlich war es das Wasser im Park.