Um 8.15 Uhr wurde ich abgeholt. 140 km retour. Es war eine schöne Fahrt
mit interessanten Flirts und Wiedersehen der Leute verschiedener
Dörfer. z.B. hatte ich gestern einem kranken Mädchen Fieber
gemessen, heute geht es ihr wieder gut. Gefrühstückt haben wir
gegenüber dem »Restaurant«, das vorgestern kein Geld haben wollte.
Viele erkannten mich wieder und freuten sich. So auch der Hotelier von Ouro
Sogui, dem ich dann die letzte Nacht bar bezahlte. Eigentlich wollte ich das
Geld überweisen. 1,00 DM = 335,385 CFA. Bisher hatte ich damit
gerechnet, dass 1,00 DM ca. 1000 CFA sind. So ist doch alles 3mal so teuer,
wie ich dachte. Mit der jungen Witwe von der Autofahrt zu Mittag gegessen.
Die Kopien des Tagebuchs zu Christine geschickt, der Witwe von Lougue Tarobe
(12.10.) 10.000 CFA gegeben und den Disco-Mädchen einen Brief
geschrieben, statt des versprochenen Anrufs. Ein netter stabiler Friseur -
ich war sein 1. europäischer Kunde - bekam meine Adresse. Dann zum
Hotel. Fato kam mit 1 Stunde Verspätung und blieb eine Stunde. Ich gab
ihr etwas gegen ihre Kopfschmerzen und etwas Cortisonsalbe. Dann im Hotel
frisches Baguette mit Thunfisch gegessen, weil das Restaurant nichts mehr
hatte.
18.10.2000
Mit frischen Sachen von Bakel losgefahren. Wassertank aufgefüllt. Mit
dem Friseur gefrühstückt. Dann losgefahren 65 km bis Kidira.
Zwischendurch gab es kein Geschäft. In Kidira ist die
Grenzpolizeistation. Seit langer Zeit gab es wieder einen Berg, den ich
raufschieben musste. Ansonsten herrliche 2-spurige Strasse, vielleicht 10
Autos am ganzen Tag. Die Grenzer von Mali wollten 1000 CFA. Die gab ich
ihnen nicht. Dafür erhielten sie meine Senegalkarte. In Kidira und dem
Grenzort von Mali keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden. Daher
weitergefahren. Jetzt ist die Strasse eine befestigte Piste. Weil ich das
Hinterrad nicht richtig aufpumpte, geht mancher Stein bis an die Felge. Ein
fahrender Händler sagte mir, dass das nächste Dorf 20 km entfernt
sei. Da es dunkel wurde, habe ich das Zelt unter einem Baobab-Baum
aufgestellt.
19.10.2000
Ziemlich gut und ruhig geschlafen. Gegen 8.00 Uhr losgefahren. Zwischendurch
Affen mit schwarzen Füssen und schwarzen Augenbinden gesehen. Die
Strasse ist zum ersten Mal schlecht. Das reinste Gerappel, geringe
Geschwindigkeit 10 - 15 km/h. Da heute seit langem wieder blauer Himmel war,
wurde es heiss. Zu Mittag brauchte ich Wasser aus dem Dorf Ambidadi. Auf
Einladung des Lehrers dort geblieben. Es ist auch zu heiss. Mathestunde
angesehen, geruht usw. Temperatur 36° im Schatten. Auf dem Fahrrad merkt man
das nicht so. Auf Einladung eines Dorfchefs in einem sauberen Dorf
gefrühstückt. Die Leute sind nett. Es gibt wieder mehr Flüsse
und laufend Wasser. Vor kurzer Zeit muss es hier grosse Waldbrände
gegeben haben. Morgen um 8.00 Uhr kann ich von hier mit dem Zug fahren.
Interessant unterhalten.
20. und 21.10.2000
Ganz gut geschlafen. Blauer Himmel und es wurde wieder sehr heiss. Jetzt
schreibe ich mit dem gekauften Hochdruckkugelschreiber. Es ist ca. 19.00 Uhr
und der Zug ist immer noch nicht da. Er soll aber noch kommen. Über
Tag etwas geholfen, Wasser zu holen, Fotos gezeigt, unterhalten und etwas
relaxt. Der Lehrer spricht englisch. Etwas Geld 20.000 CFA für Essen
und Kleidung gegeben. Um 22.00 Uhr zum Zug gegangen, aber er kam nicht. Also
wieder zurück zur Familie und dort übernachtet. Nach etwas tanzen
nicht gut geschlafen ohne Moskitonetz. Aber es wurde kühler, so dass
ich den Schlafsack anziehen konnte. Viele Mücken. Erst sollte der Zug
um 8.00 Uhr kommen, dann um 10.00 Uhr. Aber ich sollte mit dem Zug fahren,
da die Strasse noch schlechter wird. Dann doch nach dem Frühstück
mit dem Fahrrad gefahren, da man sich auf den Zug nicht verlassen kann. Hier
in Kayes bin ich froh darüber, denn die Strasse war ein klein wenig
besser (oder ich habe mich daran gewöhnt). Hinterrad wieder richtig
aufgepumpt. Trappen oder ähnliches gesehen: grosse Augen,
Gänsegross, bläuliche Brust. In Kayes mit Motorrad essen gewesen
und richtige Zigaretten gesucht. Nichts bekommen.
22. und 23. und 24.10.2000
In Kayes im Hotel du Rail ganz gut übernachtet. Vorher mit anderen
Gästen ein Bier getrunken. Um 9.00 Uhr kam ein Junge, um meine Messer
zu schärfen. Dann den ganzen Tag gewartet. Der Schalter öffnete um
16.00 Uhr und der Zug nach Bamako fuhr gegen 19.00 Uhr ab. Kurz zuvor wurde
ich von 2 Männern beraubt, die vorgaben, die Sitze zu reparieren. Einer
schnitt die linke Hosentasche auf, der andere stahl mein Portemonnaie aus
der rechten Hosentasche trotz Klettverschluss. Ca. 150,00 DM Bargeld, das
wertvolle Portemonnaie und die Visacard, Impfausweis, Personalausweis usw.
sind weg. Wir haben die Diebe nicht fassen können, obwohl die Menge
sehr aufgebracht war. Wenig im Zug geschlafen. Gegen 10.00 Uhr kamen wir in
Bamako an. Das Hinterrad ist geplatzt. Gutes Hotel gesucht. Mit einem
Taxifahrer versucht, einen Schlauch zu kaufen. Dann ins Internetcafe Mails
und Karten geschrieben. Wegen der Mücken schlecht geschlafen. Mit dem
gleichen Taxifahrer Geld geholt. Immer noch keine Schlauch, daher Christine
gebeten mir einen zu schicken. 2 Internetcafes waren sehr langsam. Im
Supermarkt eingekauft. Joghurt wieder weggestellt, da 1 kleiner Becher ca.
4,00 DM kostete. Neuen Mantel aufgezogen und Schlauch repariert. Fahrrad
gereinigt. Im Restaurant gegessen. Keine Strassenkarte bekommen. Das Hotel
la Gare ist nicht besonders gut. Laufend werde ich nach Geld gefragt.
25.10.2000
Nach dem Frühstück losgefahren. Ich bin immer wieder froh, eine
Stadt verlassen zu können. Gute Fahrt gehabt mit grösstenteils
Rückenwind und kleinen Hügeln. Den ersten Wald fotografiert,
bisher war es eher Steppe. Interessante Landschaft. Abends beim Dorfchef von
Tingole um Schlafgelegenheit gefragt. Sie haben mir eine Raum fertig
gemacht, aber ich schlief draussen. Über Tag war es bewölkt aber
über Nacht blauer Himmel. Gut geschlafen.
Gestern noch die Botschaft aufgesucht. Eine nette Frau half mir eine Bank
für die Mastercard zu finden.
26.10.2000
Seppenrade Luftlinie 4474 km
Yaounde Luftlinie 2241 km
Früh losgekommen. Aber wegen Gegenwind, Hügeln und der Sonne war
ich mittags fertig. Bei Holzfällern etwas zu trinken und zu essen
bekommen und anschliessend weitergefahren. Nur ein Dorf weiter, weil die
Hälfte des Weges nach Segou geschafft war. Hier in Tigui ist es ganz
schön. Zuerst sollte ich in der Schule schlafen, dann in einem Raum
aber ich bin am liebsten draussen unter der Pergola. Etwas gegessen,
Prinzenrolle dazu gesteuert und unterhalten. Ganz gut geschlafen. Es wurde
auch so kühl, dass ich den Schlafsack brauchte. Das Moskitonetz ist
wichtig. 2 Tage oben ohne gefahren, ich scheine immer wieder aufs Neue einen
Sonnenbrand zu bekommen.
27.10.2000
Früh, gegen 9.00 Uhr losgekommen. Gekochten Mais gab es als
Frühstück. Nach 10 km 2 Kaffee und ein knochenhartes Baguette
gegessen. Es war etwas hügelig und mässiger Gegenwind. Blauer
Himmel. Oben ohne gefahren. Nach 50 km war ich wieder total fertig, so dass
ich mich etwas ausruhen musste. Melone zu Mittag gegessen. Dann musste ich
mich alle 5 km ausruhen. Vermutlich ist die Sonne sehr stark. Wegen des
Windes merke ich das nicht so. Aber die Pflanzen sind von der Sonne
verwelkt, das Wasser ist sehr warm, kaum ein Mensch, der nicht den Schatten
sucht. Gegen 15.00 Uhr Hotel d´ Auberge in Segou aufgesucht. Die Stadt war
mir sofort sympathisch, so dass ich das Hotel für 2 Nächte buchte.
Nach ausgiebigem Duschen und etwas Ruhen zum Essen gegangen. Der Niger ist
sehr, sehr breit. Die nächsten Tage wird es kein Hotel geben. Gegen
19.00 Uhr zu Bett gegangen.
28.10.2000
Schön gefrühstückt. Um 7.00 Uhr schwitzt man schon. Hier sind
viele Franzosen, die alle früh aufgestanden sind. Zum Niger und zum
Markt gegangen. Da ich in einer Stadt bin, haben die Banken am Sonntag zu.
Sonst hätte ich versucht, mit meiner Mastercard Geld zu bekommen. Ein
Internetcafe gibt es nicht. In Mali fallen die vielen alten Villen auf, die
jetzt zu Slums verkommen. Etwas eingekauft. Im Hotel Eis gegessen und Karten
geschrieben. Dann hingelegt und vermutlich 3 Stunden geschlafen. Ich muss es
wohl nötig gehabt haben. Es ist draussen aber auch sooo heiss.
29.10.2000
Nach dem Frühstück mit kühlem frischen Wasser losgefahren. Es
ist heute nicht ganz so heiss und bis Mittags war Rückenwind. Kaum
Hügel. In einem Dorf nach Bla bei einer Schmiede nach einem
Nachtquartier gefragt. Die Landschaft ändert sich etwas. Es gibt mehr
Palmen und Sträucher. Zwischendurch Kaffee getrunken in einem Dorf, in
dem mindestens 3 Damen einen Kropf hatten. Ich will Ihnen Jodsalz
zuschicken. Die Leute sind hier sehr freundlich, aber viel
zurückhaltender als im Senegal. Die Kinder fragen nach Geschenken.
Viele haben einen bis zu 5 cm langen Bauchnabel. In den Wadis wird Reis
angebaut, ansonsten viel Mais, Baumwolle und Zuckerrohr. Die Menschen
sollten sich einen Garten anlegen, dann hätten die Kinder besseres
Essen.
30.10.2000
Ziemlich gut geschlafen. Wenn man draussen schläft, wird man einfach
zwischendurch mal wach. Nach Maisbrei - nur ein wenig, es ist nicht meine
Lieblingsspeise - losgefahren. Das Hinterrad hat mal wieder einen Platten.
Meine Flicken halten nur bestimmte Zeit. Das Aufpumpen hielt 50 km. Unter
einer Pergola 2 Fehlstellen festgestellt. An einem Bach nur 2 km weiter
musste ich schon wieder flicken. An einer Zollstation war eine Reifen und
Mofa- bzw. Fahrradwerkstatt. Der Mann hat meine Flicken ersetzt. Es hielt
bis zum Abend. Gutes Hotel gesucht und gefunden. Gut gegessen, früh ins
Bett. Der rechte Knöchel ist geschwollen, da da eine kleine
Entzündung ist. Mal sehen, ob ich morgen weiterfahren kann.
31.10.2000
Gut geschlafen. Nach Frühstück mit 3 Spiegeleiern losgefahren. Der
Knöchel ist etwas dünner aber er behindert beim Laufen. Da Burkina
Faso sauber und ordentlich sein soll, zieht es mich dahin. Zuerst Gegenwind,
dann mit dem Wind gefahren. Eiswasser an einer Baumwollfirma bekommen.
Abends Eier gebacken. Das scheint den Leuten fremd zu sein. Der junge Mann
bei dem ich übernachtete, wollte noch ein Huhn für mich
schlachten. Ich wiess aber darauf hin, dass das Huhn noch viele Eier legen
könnte. Also brachte er mir ca. 9 Eier und später für das
Frühstück noch einmal 4 Stück. Lange auf französisch
unterhalten. Den Sattel empfinde ich schon wieder als hart. Es ist also
nicht so, dass man sich dran gewöhnt.