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17.10.2000

Um 8.15 Uhr wurde ich abgeholt. 140 km retour. Es war eine schöne Fahrt mit interessanten Flirts und Wiedersehen der Leute verschiedener Dörfer. z.B. hatte ich gestern einem kranken Mädchen Fieber gemessen, heute geht es ihr wieder gut. Gefrühstückt haben wir gegenüber dem »Restaurant«, das vorgestern kein Geld haben wollte. Viele erkannten mich wieder und freuten sich. So auch der Hotelier von Ouro Sogui, dem ich dann die letzte Nacht bar bezahlte. Eigentlich wollte ich das Geld überweisen. 1,00 DM = 335,385 CFA. Bisher hatte ich damit gerechnet, dass 1,00 DM ca. 1000 CFA sind. So ist doch alles 3mal so teuer, wie ich dachte. Mit der jungen Witwe von der Autofahrt zu Mittag gegessen. Die Kopien des Tagebuchs zu Christine geschickt, der Witwe von Lougue Tarobe (12.10.) 10.000 CFA gegeben und den Disco-Mädchen einen Brief geschrieben, statt des versprochenen Anrufs. Ein netter stabiler Friseur - ich war sein 1. europäischer Kunde - bekam meine Adresse. Dann zum Hotel. Fato kam mit 1 Stunde Verspätung und blieb eine Stunde. Ich gab ihr etwas gegen ihre Kopfschmerzen und etwas Cortisonsalbe. Dann im Hotel frisches Baguette mit Thunfisch gegessen, weil das Restaurant nichts mehr hatte.

18.10.2000

Mit frischen Sachen von Bakel losgefahren. Wassertank aufgefüllt. Mit dem Friseur gefrühstückt. Dann losgefahren 65 km bis Kidira. Zwischendurch gab es kein Geschäft. In Kidira ist die Grenzpolizeistation. Seit langer Zeit gab es wieder einen Berg, den ich raufschieben musste. Ansonsten herrliche 2-spurige Strasse, vielleicht 10 Autos am ganzen Tag. Die Grenzer von Mali wollten 1000 CFA. Die gab ich ihnen nicht. Dafür erhielten sie meine Senegalkarte. In Kidira und dem Grenzort von Mali keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden. Daher weitergefahren. Jetzt ist die Strasse eine befestigte Piste. Weil ich das Hinterrad nicht richtig aufpumpte, geht mancher Stein bis an die Felge. Ein fahrender Händler sagte mir, dass das nächste Dorf 20 km entfernt sei. Da es dunkel wurde, habe ich das Zelt unter einem Baobab-Baum aufgestellt.

19.10.2000

Ziemlich gut und ruhig geschlafen. Gegen 8.00 Uhr losgefahren. Zwischendurch Affen mit schwarzen Füssen und schwarzen Augenbinden gesehen. Die Strasse ist zum ersten Mal schlecht. Das reinste Gerappel, geringe Geschwindigkeit 10 - 15 km/h. Da heute seit langem wieder blauer Himmel war, wurde es heiss. Zu Mittag brauchte ich Wasser aus dem Dorf Ambidadi. Auf Einladung des Lehrers dort geblieben. Es ist auch zu heiss. Mathestunde angesehen, geruht usw. Temperatur 36° im Schatten. Auf dem Fahrrad merkt man das nicht so. Auf Einladung eines Dorfchefs in einem sauberen Dorf gefrühstückt. Die Leute sind nett. Es gibt wieder mehr Flüsse und laufend Wasser. Vor kurzer Zeit muss es hier grosse Waldbrände gegeben haben. Morgen um 8.00 Uhr kann ich von hier mit dem Zug fahren. Interessant unterhalten.

20. und 21.10.2000

Ganz gut geschlafen. Blauer Himmel und es wurde wieder sehr heiss. Jetzt schreibe ich mit dem gekauften Hochdruckkugelschreiber. Es ist ca. 19.00 Uhr und der Zug ist immer noch nicht da. Er soll aber noch kommen. Über Tag etwas geholfen, Wasser zu holen, Fotos gezeigt, unterhalten und etwas relaxt. Der Lehrer spricht englisch. Etwas Geld 20.000 CFA für Essen und Kleidung gegeben. Um 22.00 Uhr zum Zug gegangen, aber er kam nicht. Also wieder zurück zur Familie und dort übernachtet. Nach etwas tanzen nicht gut geschlafen ohne Moskitonetz. Aber es wurde kühler, so dass ich den Schlafsack anziehen konnte. Viele Mücken. Erst sollte der Zug um 8.00 Uhr kommen, dann um 10.00 Uhr. Aber ich sollte mit dem Zug fahren, da die Strasse noch schlechter wird. Dann doch nach dem Frühstück mit dem Fahrrad gefahren, da man sich auf den Zug nicht verlassen kann. Hier in Kayes bin ich froh darüber, denn die Strasse war ein klein wenig besser (oder ich habe mich daran gewöhnt). Hinterrad wieder richtig aufgepumpt. Trappen oder ähnliches gesehen: grosse Augen, Gänsegross, bläuliche Brust. In Kayes mit Motorrad essen gewesen und richtige Zigaretten gesucht. Nichts bekommen.

22. und 23. und 24.10.2000

In Kayes im Hotel du Rail ganz gut übernachtet. Vorher mit anderen Gästen ein Bier getrunken. Um 9.00 Uhr kam ein Junge, um meine Messer zu schärfen. Dann den ganzen Tag gewartet. Der Schalter öffnete um 16.00 Uhr und der Zug nach Bamako fuhr gegen 19.00 Uhr ab. Kurz zuvor wurde ich von 2 Männern beraubt, die vorgaben, die Sitze zu reparieren. Einer schnitt die linke Hosentasche auf, der andere stahl mein Portemonnaie aus der rechten Hosentasche trotz Klettverschluss. Ca. 150,00 DM Bargeld, das wertvolle Portemonnaie und die Visacard, Impfausweis, Personalausweis usw. sind weg. Wir haben die Diebe nicht fassen können, obwohl die Menge sehr aufgebracht war. Wenig im Zug geschlafen. Gegen 10.00 Uhr kamen wir in Bamako an. Das Hinterrad ist geplatzt. Gutes Hotel gesucht. Mit einem Taxifahrer versucht, einen Schlauch zu kaufen. Dann ins Internetcafe Mails und Karten geschrieben. Wegen der Mücken schlecht geschlafen. Mit dem gleichen Taxifahrer Geld geholt. Immer noch keine Schlauch, daher Christine gebeten mir einen zu schicken. 2 Internetcafes waren sehr langsam. Im Supermarkt eingekauft. Joghurt wieder weggestellt, da 1 kleiner Becher ca. 4,00 DM kostete. Neuen Mantel aufgezogen und Schlauch repariert. Fahrrad gereinigt. Im Restaurant gegessen. Keine Strassenkarte bekommen. Das Hotel la Gare ist nicht besonders gut. Laufend werde ich nach Geld gefragt.

25.10.2000

Nach dem Frühstück losgefahren. Ich bin immer wieder froh, eine Stadt verlassen zu können. Gute Fahrt gehabt mit grösstenteils Rückenwind und kleinen Hügeln. Den ersten Wald fotografiert, bisher war es eher Steppe. Interessante Landschaft. Abends beim Dorfchef von Tingole um Schlafgelegenheit gefragt. Sie haben mir eine Raum fertig gemacht, aber ich schlief draussen. Über Tag war es bewölkt aber über Nacht blauer Himmel. Gut geschlafen.
Gestern noch die Botschaft aufgesucht. Eine nette Frau half mir eine Bank für die Mastercard zu finden.

26.10.2000

Seppenrade Luftlinie 4474 km
Yaounde Luftlinie 2241 km
Früh losgekommen. Aber wegen Gegenwind, Hügeln und der Sonne war ich mittags fertig. Bei Holzfällern etwas zu trinken und zu essen bekommen und anschliessend weitergefahren. Nur ein Dorf weiter, weil die Hälfte des Weges nach Segou geschafft war. Hier in Tigui ist es ganz schön. Zuerst sollte ich in der Schule schlafen, dann in einem Raum aber ich bin am liebsten draussen unter der Pergola. Etwas gegessen, Prinzenrolle dazu gesteuert und unterhalten. Ganz gut geschlafen. Es wurde auch so kühl, dass ich den Schlafsack brauchte. Das Moskitonetz ist wichtig. 2 Tage oben ohne gefahren, ich scheine immer wieder aufs Neue einen Sonnenbrand zu bekommen.

27.10.2000

Früh, gegen 9.00 Uhr losgekommen. Gekochten Mais gab es als Frühstück. Nach 10 km 2 Kaffee und ein knochenhartes Baguette gegessen. Es war etwas hügelig und mässiger Gegenwind. Blauer Himmel. Oben ohne gefahren. Nach 50 km war ich wieder total fertig, so dass ich mich etwas ausruhen musste. Melone zu Mittag gegessen. Dann musste ich mich alle 5 km ausruhen. Vermutlich ist die Sonne sehr stark. Wegen des Windes merke ich das nicht so. Aber die Pflanzen sind von der Sonne verwelkt, das Wasser ist sehr warm, kaum ein Mensch, der nicht den Schatten sucht. Gegen 15.00 Uhr Hotel d´ Auberge in Segou aufgesucht. Die Stadt war mir sofort sympathisch, so dass ich das Hotel für 2 Nächte buchte. Nach ausgiebigem Duschen und etwas Ruhen zum Essen gegangen. Der Niger ist sehr, sehr breit. Die nächsten Tage wird es kein Hotel geben. Gegen 19.00 Uhr zu Bett gegangen.

28.10.2000

Schön gefrühstückt. Um 7.00 Uhr schwitzt man schon. Hier sind viele Franzosen, die alle früh aufgestanden sind. Zum Niger und zum Markt gegangen. Da ich in einer Stadt bin, haben die Banken am Sonntag zu. Sonst hätte ich versucht, mit meiner Mastercard Geld zu bekommen. Ein Internetcafe gibt es nicht. In Mali fallen die vielen alten Villen auf, die jetzt zu Slums verkommen. Etwas eingekauft. Im Hotel Eis gegessen und Karten geschrieben. Dann hingelegt und vermutlich 3 Stunden geschlafen. Ich muss es wohl nötig gehabt haben. Es ist draussen aber auch sooo heiss.

29.10.2000

Nach dem Frühstück mit kühlem frischen Wasser losgefahren. Es ist heute nicht ganz so heiss und bis Mittags war Rückenwind. Kaum Hügel. In einem Dorf nach Bla bei einer Schmiede nach einem Nachtquartier gefragt. Die Landschaft ändert sich etwas. Es gibt mehr Palmen und Sträucher. Zwischendurch Kaffee getrunken in einem Dorf, in dem mindestens 3 Damen einen Kropf hatten. Ich will Ihnen Jodsalz zuschicken. Die Leute sind hier sehr freundlich, aber viel zurückhaltender als im Senegal. Die Kinder fragen nach Geschenken. Viele haben einen bis zu 5 cm langen Bauchnabel. In den Wadis wird Reis angebaut, ansonsten viel Mais, Baumwolle und Zuckerrohr. Die Menschen sollten sich einen Garten anlegen, dann hätten die Kinder besseres Essen.

30.10.2000

Ziemlich gut geschlafen. Wenn man draussen schläft, wird man einfach zwischendurch mal wach. Nach Maisbrei - nur ein wenig, es ist nicht meine Lieblingsspeise - losgefahren. Das Hinterrad hat mal wieder einen Platten. Meine Flicken halten nur bestimmte Zeit. Das Aufpumpen hielt 50 km. Unter einer Pergola 2 Fehlstellen festgestellt. An einem Bach nur 2 km weiter musste ich schon wieder flicken. An einer Zollstation war eine Reifen und Mofa- bzw. Fahrradwerkstatt. Der Mann hat meine Flicken ersetzt. Es hielt bis zum Abend. Gutes Hotel gesucht und gefunden. Gut gegessen, früh ins Bett. Der rechte Knöchel ist geschwollen, da da eine kleine Entzündung ist. Mal sehen, ob ich morgen weiterfahren kann.

31.10.2000

Gut geschlafen. Nach Frühstück mit 3 Spiegeleiern losgefahren. Der Knöchel ist etwas dünner aber er behindert beim Laufen. Da Burkina Faso sauber und ordentlich sein soll, zieht es mich dahin. Zuerst Gegenwind, dann mit dem Wind gefahren. Eiswasser an einer Baumwollfirma bekommen. Abends Eier gebacken. Das scheint den Leuten fremd zu sein. Der junge Mann bei dem ich übernachtete, wollte noch ein Huhn für mich schlachten. Ich wiess aber darauf hin, dass das Huhn noch viele Eier legen könnte. Also brachte er mir ca. 9 Eier und später für das Frühstück noch einmal 4 Stück. Lange auf französisch unterhalten. Den Sattel empfinde ich schon wieder als hart. Es ist also nicht so, dass man sich dran gewöhnt.
"); ?> "); ?> Reisetagebuch 17.10. bis 31.10. 2000