Gut geschlafen. Mit den Jungs Tee getrunken. Hammel zum Frühstück.
Vorräte aufgefüllt und mit Rückenwind nach Boujdour gefahren.
Ich merke die Sonne auf dem Rücken und im Gesicht. Heute mit Hemd
gefahren. Ich habe noch nie soviel Fisch gesehen, wie in der Wüste.
Wird hier wohl entsorgt. Ich sehe immer 3 Vogelsorten, Ameisen, Fliegen und
Schmetterlinge. Sonst nichts. Das empfohlene Hotel sieht von weitem gut aus,
aber dann ... Ich habe zum ersten Mal meinen Schlafsack im Hotel benutzt.
Die Stadt ist sehr angenehm.
22.09.2000
Spät aufgestanden, gefrühstückt, Vorräte eingekauft und
Sachen zusammengepackt. In einem Reifengeschäft zum ersten Mal Luft
aufgepumpt. Erst gegen 12.30 Uhr losgefahren. Bei starkem Rückenwind
gegen 18.00 Uhr zwischen Steinhügeln kampiert. Starker Wind. Alle 25 km
Pause gemacht, um den Rücken zu entlasten.
23.09.2000
Seppenrade Luftlinie 3.588 km
Yaounde Luftlinie 3.648 km
Fast die Hälfte erreicht. Die Tankstelle, die eigentlich 25 km entfernt
sein sollte, kam dann nach 75 km. Kein ordentlicher Rastplatz. Morgens kam
der Wind von links, dann von rechts. Erst am Nachmittag von hinten. Aber
immer stark. Entweder konnte ich 10 km/h fahren oder 30. Abends hinter einem
Hügel übernachtet. Ich muss nach Dakhla um einen Ausreisestempel
zu bekommen. Abends wird es immer kühl. Meine Flagge ist weggeflogen. 3
totgefahrene Igel, Schlangen und Echsen gesehen. Ansonsten immer wieder
Schmetterlinge.
24.09.2000
Nachts sah die Polizei nach mir. Trotzdem ganz gut geschlafen. Wegen der
Kälte länger liegengeblieben. Dann wegen des Regens aufgestanden.
Der Regen begleitet mich. Ganz gut bis zur Abzweigung nach Dakhla gekommen.
Das Fahrrad an einer Tankstelle untergestellt und nach Dakhla getrampt.
Pullover angezogen. Eine neue Deutschlandflagge schneidern lassen. Hotel
gesucht und erst einmal geduscht.
25.09.2000
Gut geschlafen, obwohl das Bett zu weich war. Gut gefrühstückt.
Mit einem Taxi zum Campingplatz. Dort mit 2 Deutschen zum Zoll gefahren.
Anschließend mit einem Schweizer zur Polizei und zum Militär.
Vermutlich nimmt mich Daniel (der Schweizer) bis zum Senegal mit. Zu viert
Mittag gegessen. Die französischen Tandemfahrer gesehen., von denen ich
seit einer Woche gehört habe. Versucht Justus anzurufen.
26. + 27.09.2000
9.00 Uhr für den Konvoi von Dakhla nach Nouadibu fertig gewesen. Gegen
14.00 Uhr losgefahren. Angenehme Fahrt 357 km bis zu einem Lagerplatz. Dort
zu viert auf einer Plane gegessen und übernachtet. Die Wüste
besteht aus teilweise zerklüfteten Steinen. Es ist ein Unfall mit 3
beteiligten Autos passiert. Mit einer Möhre zum Frühstück
losgefahren. 2 Grenzkontrollen mit Minenfeld dazwischen und 1 Zollkontrolle.
Dann wurde die Piste sandig, dass wir steckenblieben und so steinig, dass
ich Angst um mein Fahrrad hatte. Nach nur 25 km abends in Nouadhibou
angekommen. Obst für morgen eingekauft. Nach Jassa-Essen mit
Hähnchen gut unter einem offenen Zelt des Campingplatzes geschlafen.
28. + 29. + 30.09.2000
Ein bißchen gefrühstückt. Um 9.00 Uhr war die Abfahrt
vereinbart. Um 10.00 Uhr einen anderen Konvoi mit 2 Fahren getroffen. Mit
einem anderen Führer, der unseren Wagen fuhr, nach Nouakchott gefahren.
Mittagspause in einem Zelt in der Wüste. Dort war es so heiss, dass man
nicht ohne Sandalen im Sand laufen konnte. Mit teilweise 100 km/h über
Stock und Steine, dass der Wagen nur so sprang. Hatte Angst um mein Fahrrad.
Joghurt und Puddingbecher zerplatzten im Wagen. In einem Fischerdorf im Parc
National du Banc d´ Arguin bis 2.30 Uhr geschlafen. Dann nach Nouakchott
gerast. Ankunft dort ca. 6.30 Uhr nach insgesamt 424 km von Nouadhibou.
Manchmal konnte man Bäume sehen. Im Auto gefrühstückt. Nach
weiteren 206 km in Rosso angekommen. Lange Grenzformalitäten. Die Fahrt
durch zartes grün, weil es viel geregnet hatte. Nach Rosso noch mal 96
km nach St. Louis (Senegal) gefahren. In der Sahelzone wird Reis angebaut.
Es ist heiss und schwül wie im Treibhaus, aber hochinteressant und
wunderschön. Viele Tiere und Pflanzen. Mein Autofahrer Daniel ist sehr
nett. Er erledigt alle Formalitäten. Als Schweizer spricht er perfekt
französisch. Das 2. Hotel in St. Louis ist klasse. Kleines
Häuschen, 100 m vom Atlantik entfernt. Krabben laufen mir über
den Weg. Leckeres Abendessen -geduscht. Bier getrunken. Ich habe seit Dakhla
kein Geld mehr. Daniel hilft mir aus.
3347 km nach Yaounde
4498 km nach Seppenrade (Luftlinie)
Vor dem einzigen Geldautomaten eine Schlange mit 20 Personen. Meine Schulden
bezahlt. Geld für Diesel wollte Daniel nicht haben. Will er seinem
Verein spenden. Wegen der Malaria Tabletten und der Wärme schlecht
geschlafen. Da das Internetcafe geschlossen hatte bin ich noch eine Nacht
geblieben.
01.10.2000
Nach Dusche und Frühstück in die Stadt gefahren. Im Fluss Senegal
sind keine Schlangen sondern Warane. Im Atlantik geschwommen. Er ist hier 20
Grad warm. Ganz anders als in Kenitra (Marokko). Starke Strömung. Mit
dem Fahrrad versucht, zum Ende der Landzunge zu fahren, aber es sind 25 km.
Am Strand kann man gut fahren. Rückfahrt Gegenwind. In der Stadt war
noch ein Internetcafe offen. Fahrrad gereinigt. 40 cm grosse
Fledermäuse gesehen.
02.10.2000
Nach dem Frühstück zur Bank. Dann die nahegelegenen Slums
angesehen und mich bis zum Spätnachmittag mit den Leuten unterhalten.
Manchmal wird mir doch mulmig zu Mute, wenn die Kinder, die offensichtlich
krank sind, mich oder schlimmer noch meine Sachen anfassen. Ich bin noch
nicht so abgehärtet. Hygiene ist so gut wie unbekannt. Die Menschen
sind aber nett und freuen sich, wenn ich mich zu ihnen setze. Nach 5 Stunden
in einer Stadt kenne ich mindestens 10 Leute und am nächsten Tag werde
ich namentlich auf der Strasse angesprochen.
03.10.2000
Erst gegen 10.00 Uhr losgekommen. Das Wetter ist bewölkt, ich merke
aber Abends, dass die Sonne stark sein muss. Über Tag keine
Mücken, Abends dafür um so mehr. Die Menschen sind sehr nett. Die
Wärme, die Luftfeuchtigkeit und der Geruch ist so, wie bei uns im
Treibhaus. Mit dem Fahrtwind ist das Schwitzen halb so wild. Es ist
herrlich. Es geht mir sehr gut. Schon nach 59 km Rosso Bethio erreicht. Es
ist die grösste Stadt zwischen zwischen St. Louis und Dagana. Ich habe
etwas Kopfschmerzen. Wahrscheinlich muss ich mich erst an das Klima
gewöhnen. Zwei ca. 2,00 m lange Warane gesehen. Leider liessen sie sich
nicht fotografieren. Herrliches Vogelgezwitscher. Bei der Übernachtung
habe ich mich über mein Moskitonetz gefreut. In der angeblich armen
Sahelzone werde ich abends zum leckersten Wildschweinessen eingeladen, dass
ich je hatte.
04.10.2000
Schlecht geschlafen. Zu viel Moskitos und anderes Nachtgetier auf dem Netz
und kamen auch rein. Die Musik war zu laut und es war die ganze Nacht Licht
an. Mittags ein Hotel aufgesucht, weil ich so müde war. Die ersten
Affen gesehen. Ich möchte ein grösseres Mückennetz kaufen, da
die Mücken durch das Netz stechen.
05.10.2000
Gut und lange geschlafen. Sonne und schwül aber etwas Wind. Ein
herrlicher Duft während der Fahrt. Mittags in Dagana (Senegal, am Fluss
Senegal) angekommen. Ein grosses Moskitonetz gekauft. Beim Vorderrad musste
ich Luft aufpumpen. Leider ist die Luftpumpe auf der Station nicht so stark,
wie ich noch Luftdruck habe. Herrlich bunte Vögel. Das nächste
Hotel ist 400 km entfernt
06. + 07.10.2000
7.30 Uhr aufgestanden. Blauer Himmel. Nach dem Frühstück mit der
Managerin in die Stadt. Mit einer Kutsche durch die Stadt gefahren. Den
Fluss zu Fuß entlang gewandert. Dann ausgeruht. Die Sonne ist stark.
Man braucht eine Kopfbedeckung. Leichte Kopfschmerzen und
Schwindelgefühl. Auch Montezumas Rache. Immer noch von der
Malariatablette? Nette Einladungen erhalten und tolle Gespräche
geführt. Mit vielen Unterbrechungen gefahren, weil ich immer wieder
eingeladen werde. Immer wieder neue Tiere. Das Moskitonetz ist gut. Halbwegs
geschlafen. Angenehme Menschen. Sie sprechen Pular.
08.10.2000
Nach kleinem Frühstück Fotos geschossen. Gegen 8.00 Uhr
losgefahren. Mittags in Ndioum angekommen. Das Hotel war leider nicht so
sauber. Trotzdem dageblieben, damit meine Sachen gewaschen werden. Die
nächsten 300 km ist kein Hotel. Am Nachmittag ist es sehr heiss. Auf
dem Fahrrad merke ich das kaum, aber am Körper (Kopfschmerzen,
Schwindelgefühl) Das Hinterrad und der Anhänger haben einen
Platten durch die Dornen von einer Grassorte. Sämtliche Flicken
aufgebraucht. Bis 22.30 Uhr Mäntel von Dornen befreit und geflickt.
09.10.2000
Noch mal geflickt, weil schon wieder ein Platten war. Nach dem
Frühstück erst mal neues Flickzeug gekauft. Schön gefahren.
Kaum Pausen. Nach Haire Lao zu Mittag gegessen. Eine junge Mutter brachte
mir Fisch mit Reis zur Strasse mit Teppich und Stuhl. Zum ersten Mal konnte
ich kurz alleine essen. Hinten wieder einen Platten. Vermutlich war ein
Flicken nicht dicht. Ein Junge versucht mir eine Schlafgelegenheit zu
besorgen. Obwohl er zwischendurch einen Boten schickte, kam er nicht wieder.
Ich wurde von Leuten, die dort wohnten eingeladen. Einigermassen geschlafen
und gut gegessen.
10.10.2000
Mbouba - Zuerst Fahrrad geflickt. Eine Tasse Kaffee bekommen. Im Ort
gefrühstückt. Dann weitergefahren. Zu Mittag eine Melone geschenkt
bekommen. Ich wollte etwas zu Trinken kaufen aber in 5 Läden war nichts
zu bekommen. So habe ich nur warmes Wasser getrunken. Eine junge
Französin kennengelernt, die hier ihren Urlaub bei einem Hilfsprojekt
verbringt. Bis zum Abend mein Fahrrad geflickt. Es hält nicht! Abends
nett mit ihr unterhalten und gut gegessen: Rind mit einer Art Nudeln. Wegen
der Wärme schlecht eingeschlafen. Gegen 7.00 Uhr von den Allah-Stimmen
geweckt worden.
11.10.2000
Rad etwas aufgepumpt. Es scheint zu halten. In der nächsten kleinen
Stadt in einem Restaurant zu Mittag gegessen und etwas Kühles
getrunken. Während der Mittagshitze die Zeit bei einer Familie
verbracht. Es ist herrlich hier. Die Fledermäuse schwirren umher, die
Vögel zwitschern und die Grillen ..... Abends hier geblieben.
12. + 13.10.2000
Etwas gefrühstückt. Dann mit der Frau des Hauses und einem
Eselskarren in ein anderes Dorf gefahren. Es war sehr interessant. Als wir
zurückkamen war es Mittag. Also blieb ich dort. Als ich schon im Bett
lag, wurde ich zum Teetrinken an der Strasse wieder herausgeholt. Heute habe
ich mir Blasen an den Händen durch das Wasserhochziehen geholt. Nach
dem Frühstück am nächsten Morgen losgefahren. Es ist
bewölkt und nicht sehr heiss. Deshalb habe ich es auch bis Ouro Sogui
geschafft. Gegen 17.00 Uhr eine nette Einladung abgelehnt, damit ich meine
Sachen und mich mal wieder richtig waschen kann. Nettes Hotel mit Dusche/WC
gefunden. Hähnchen gegessen. Es sind kaum Gäste da. Das Fahren ist
herrlich und ich werde laufend begrüsst. Die Leute winken und laufen
mit. Hier sind unendlich viele Frösche.
14.10.2000
Ab 3.30 Uhr regnet es in Strömen bis zum Mittag. Es ist Samstag und die
Bank öffnet erst am Montag. Also im Hotel geblieben. Mit dem Taxi in
den nächsten Ort gefahren, um einen neuen Schlauch zu besorgen. Aber
ein 28-Zoll Schlauch ist nicht zu bekommen. Also neues Flickzeug gekauft.
Gut, dass der Reifen hält. Zu Mittag gegessen und Briefe geschrieben.
Morgen möchte ich weiterfahren. Mir gefällt es nicht so gut und
bis Montag kann ich in Bakel sein. Dort ist die nächste Bank.
15.10.2000
7.00 Uhr aufgestanden und für die Fahrt fertiggemacht. Es regnet etwas.
Den ganzen Tag Gegenwind. Ein Händler brachte mir Kaffee und Baguette
zum Frühstück. Im Restaurant wollten die Leute für das
Mittagessen kein Geld. Auf der Hälfte der Strecke nach Bakel bei einem
Dorfchef übernachtet. Es war nicht ganz so herzlich, wie ich es
gewohnt bin, trotzdem ganz interessant. Mit meinen Tabletten konnte ich der
kranken Oma helfen. Auch mein Fieberthermometer kommt gut an. Hier sind
viele Menschen krank, aber die Ziegen laufen auch im Haus umher. Brei zum
Abendessen. Draussen geschlafen. Es kamen ein paar Mücken und Morgens
regnete es.
16.10.2000
Gegen 9.00 losgekommen. Endlich mal kein Gegenwind! Interessante Fahrt.
Wunderbar geteerte Strasse, kaum Verkehr, 2 weggeschwemmte Brücken
gesehen. Ständig die Rufe Tubab ....Viel Gazelle Limonade getrunken,
ist so etwas wie Sprite, da es kein Flaschenwasser zu kaufen gab. Gegen
16.00 Uhr in Bakel angekommen. Herrlich gelegen aber ansonsten recht
ungepflegt. Zuerst die Bank gesucht. Leider verwaltet sie nur die Konten der
Anwohner. Ein Taxi gesucht, dass mich nach Ouro Sogui zurückbringt.
Für 35000 CFA einen jungen Mann gefunden. Die Landschaft hat nun
Hügel und mehr Bäume.