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21.09.2000

Gut geschlafen. Mit den Jungs Tee getrunken. Hammel zum Frühstück. Vorräte aufgefüllt und mit Rückenwind nach Boujdour gefahren. Ich merke die Sonne auf dem Rücken und im Gesicht. Heute mit Hemd gefahren. Ich habe noch nie soviel Fisch gesehen, wie in der Wüste. Wird hier wohl entsorgt. Ich sehe immer 3 Vogelsorten, Ameisen, Fliegen und Schmetterlinge. Sonst nichts. Das empfohlene Hotel sieht von weitem gut aus, aber dann ... Ich habe zum ersten Mal meinen Schlafsack im Hotel benutzt. Die Stadt ist sehr angenehm.

22.09.2000

Spät aufgestanden, gefrühstückt, Vorräte eingekauft und Sachen zusammengepackt. In einem Reifengeschäft zum ersten Mal Luft aufgepumpt. Erst gegen 12.30 Uhr losgefahren. Bei starkem Rückenwind gegen 18.00 Uhr zwischen Steinhügeln kampiert. Starker Wind. Alle 25 km Pause gemacht, um den Rücken zu entlasten.

23.09.2000

Seppenrade Luftlinie 3.588 km
Yaounde Luftlinie 3.648 km
Fast die Hälfte erreicht. Die Tankstelle, die eigentlich 25 km entfernt sein sollte, kam dann nach 75 km. Kein ordentlicher Rastplatz. Morgens kam der Wind von links, dann von rechts. Erst am Nachmittag von hinten. Aber immer stark. Entweder konnte ich 10 km/h fahren oder 30. Abends hinter einem Hügel übernachtet. Ich muss nach Dakhla um einen Ausreisestempel zu bekommen. Abends wird es immer kühl. Meine Flagge ist weggeflogen. 3 totgefahrene Igel, Schlangen und Echsen gesehen. Ansonsten immer wieder Schmetterlinge.

24.09.2000

Nachts sah die Polizei nach mir. Trotzdem ganz gut geschlafen. Wegen der Kälte länger liegengeblieben. Dann wegen des Regens aufgestanden. Der Regen begleitet mich. Ganz gut bis zur Abzweigung nach Dakhla gekommen. Das Fahrrad an einer Tankstelle untergestellt und nach Dakhla getrampt. Pullover angezogen. Eine neue Deutschlandflagge schneidern lassen. Hotel gesucht und erst einmal geduscht.

25.09.2000

Gut geschlafen, obwohl das Bett zu weich war. Gut gefrühstückt. Mit einem Taxi zum Campingplatz. Dort mit 2 Deutschen zum Zoll gefahren. Anschließend mit einem Schweizer zur Polizei und zum Militär. Vermutlich nimmt mich Daniel (der Schweizer) bis zum Senegal mit. Zu viert Mittag gegessen. Die französischen Tandemfahrer gesehen., von denen ich seit einer Woche gehört habe. Versucht Justus anzurufen.

26. + 27.09.2000

9.00 Uhr für den Konvoi von Dakhla nach Nouadibu fertig gewesen. Gegen 14.00 Uhr losgefahren. Angenehme Fahrt 357 km bis zu einem Lagerplatz. Dort zu viert auf einer Plane gegessen und übernachtet. Die Wüste besteht aus teilweise zerklüfteten Steinen. Es ist ein Unfall mit 3 beteiligten Autos passiert. Mit einer Möhre zum Frühstück losgefahren. 2 Grenzkontrollen mit Minenfeld dazwischen und 1 Zollkontrolle. Dann wurde die Piste sandig, dass wir steckenblieben und so steinig, dass ich Angst um mein Fahrrad hatte. Nach nur 25 km abends in Nouadhibou angekommen. Obst für morgen eingekauft. Nach Jassa-Essen mit Hähnchen gut unter einem offenen Zelt des Campingplatzes geschlafen.

28. + 29. + 30.09.2000

Ein bißchen gefrühstückt. Um 9.00 Uhr war die Abfahrt vereinbart. Um 10.00 Uhr einen anderen Konvoi mit 2 Fahren getroffen. Mit einem anderen Führer, der unseren Wagen fuhr, nach Nouakchott gefahren. Mittagspause in einem Zelt in der Wüste. Dort war es so heiss, dass man nicht ohne Sandalen im Sand laufen konnte. Mit teilweise 100 km/h über Stock und Steine, dass der Wagen nur so sprang. Hatte Angst um mein Fahrrad. Joghurt und Puddingbecher zerplatzten im Wagen. In einem Fischerdorf im Parc National du Banc d´ Arguin bis 2.30 Uhr geschlafen. Dann nach Nouakchott gerast. Ankunft dort ca. 6.30 Uhr nach insgesamt 424 km von Nouadhibou. Manchmal konnte man Bäume sehen. Im Auto gefrühstückt. Nach weiteren 206 km in Rosso angekommen. Lange Grenzformalitäten. Die Fahrt durch zartes grün, weil es viel geregnet hatte. Nach Rosso noch mal 96 km nach St. Louis (Senegal) gefahren. In der Sahelzone wird Reis angebaut. Es ist heiss und schwül wie im Treibhaus, aber hochinteressant und wunderschön. Viele Tiere und Pflanzen. Mein Autofahrer Daniel ist sehr nett. Er erledigt alle Formalitäten. Als Schweizer spricht er perfekt französisch. Das 2. Hotel in St. Louis ist klasse. Kleines Häuschen, 100 m vom Atlantik entfernt. Krabben laufen mir über den Weg. Leckeres Abendessen -geduscht. Bier getrunken. Ich habe seit Dakhla kein Geld mehr. Daniel hilft mir aus.
3347 km nach Yaounde
4498 km nach Seppenrade (Luftlinie)
Vor dem einzigen Geldautomaten eine Schlange mit 20 Personen. Meine Schulden bezahlt. Geld für Diesel wollte Daniel nicht haben. Will er seinem Verein spenden. Wegen der Malaria Tabletten und der Wärme schlecht geschlafen. Da das Internetcafe geschlossen hatte bin ich noch eine Nacht geblieben.

01.10.2000

Nach Dusche und Frühstück in die Stadt gefahren. Im Fluss Senegal sind keine Schlangen sondern Warane. Im Atlantik geschwommen. Er ist hier 20 Grad warm. Ganz anders als in Kenitra (Marokko). Starke Strömung. Mit dem Fahrrad versucht, zum Ende der Landzunge zu fahren, aber es sind 25 km. Am Strand kann man gut fahren. Rückfahrt Gegenwind. In der Stadt war noch ein Internetcafe offen. Fahrrad gereinigt. 40 cm grosse Fledermäuse gesehen.

02.10.2000

Nach dem Frühstück zur Bank. Dann die nahegelegenen Slums angesehen und mich bis zum Spätnachmittag mit den Leuten unterhalten. Manchmal wird mir doch mulmig zu Mute, wenn die Kinder, die offensichtlich krank sind, mich oder schlimmer noch meine Sachen anfassen. Ich bin noch nicht so abgehärtet. Hygiene ist so gut wie unbekannt. Die Menschen sind aber nett und freuen sich, wenn ich mich zu ihnen setze. Nach 5 Stunden in einer Stadt kenne ich mindestens 10 Leute und am nächsten Tag werde ich namentlich auf der Strasse angesprochen.

03.10.2000

Erst gegen 10.00 Uhr losgekommen. Das Wetter ist bewölkt, ich merke aber Abends, dass die Sonne stark sein muss. Über Tag keine Mücken, Abends dafür um so mehr. Die Menschen sind sehr nett. Die Wärme, die Luftfeuchtigkeit und der Geruch ist so, wie bei uns im Treibhaus. Mit dem Fahrtwind ist das Schwitzen halb so wild. Es ist herrlich. Es geht mir sehr gut. Schon nach 59 km Rosso Bethio erreicht. Es ist die grösste Stadt zwischen zwischen St. Louis und Dagana. Ich habe etwas Kopfschmerzen. Wahrscheinlich muss ich mich erst an das Klima gewöhnen. Zwei ca. 2,00 m lange Warane gesehen. Leider liessen sie sich nicht fotografieren. Herrliches Vogelgezwitscher. Bei der Übernachtung habe ich mich über mein Moskitonetz gefreut. In der angeblich armen Sahelzone werde ich abends zum leckersten Wildschweinessen eingeladen, dass ich je hatte.

04.10.2000

Schlecht geschlafen. Zu viel Moskitos und anderes Nachtgetier auf dem Netz und kamen auch rein. Die Musik war zu laut und es war die ganze Nacht Licht an. Mittags ein Hotel aufgesucht, weil ich so müde war. Die ersten Affen gesehen. Ich möchte ein grösseres Mückennetz kaufen, da die Mücken durch das Netz stechen.

05.10.2000

Gut und lange geschlafen. Sonne und schwül aber etwas Wind. Ein herrlicher Duft während der Fahrt. Mittags in Dagana (Senegal, am Fluss Senegal) angekommen. Ein grosses Moskitonetz gekauft. Beim Vorderrad musste ich Luft aufpumpen. Leider ist die Luftpumpe auf der Station nicht so stark, wie ich noch Luftdruck habe. Herrlich bunte Vögel. Das nächste Hotel ist 400 km entfernt

06. + 07.10.2000

7.30 Uhr aufgestanden. Blauer Himmel. Nach dem Frühstück mit der Managerin in die Stadt. Mit einer Kutsche durch die Stadt gefahren. Den Fluss zu Fuß entlang gewandert. Dann ausgeruht. Die Sonne ist stark. Man braucht eine Kopfbedeckung. Leichte Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Auch Montezumas Rache. Immer noch von der Malariatablette? Nette Einladungen erhalten und tolle Gespräche geführt. Mit vielen Unterbrechungen gefahren, weil ich immer wieder eingeladen werde. Immer wieder neue Tiere. Das Moskitonetz ist gut. Halbwegs geschlafen. Angenehme Menschen. Sie sprechen Pular.

08.10.2000

Nach kleinem Frühstück Fotos geschossen. Gegen 8.00 Uhr losgefahren. Mittags in Ndioum angekommen. Das Hotel war leider nicht so sauber. Trotzdem dageblieben, damit meine Sachen gewaschen werden. Die nächsten 300 km ist kein Hotel. Am Nachmittag ist es sehr heiss. Auf dem Fahrrad merke ich das kaum, aber am Körper (Kopfschmerzen, Schwindelgefühl) Das Hinterrad und der Anhänger haben einen Platten durch die Dornen von einer Grassorte. Sämtliche Flicken aufgebraucht. Bis 22.30 Uhr Mäntel von Dornen befreit und geflickt.

09.10.2000

Noch mal geflickt, weil schon wieder ein Platten war. Nach dem Frühstück erst mal neues Flickzeug gekauft. Schön gefahren. Kaum Pausen. Nach Haire Lao zu Mittag gegessen. Eine junge Mutter brachte mir Fisch mit Reis zur Strasse mit Teppich und Stuhl. Zum ersten Mal konnte ich kurz alleine essen. Hinten wieder einen Platten. Vermutlich war ein Flicken nicht dicht. Ein Junge versucht mir eine Schlafgelegenheit zu besorgen. Obwohl er zwischendurch einen Boten schickte, kam er nicht wieder. Ich wurde von Leuten, die dort wohnten eingeladen. Einigermassen geschlafen und gut gegessen.

10.10.2000

Mbouba - Zuerst Fahrrad geflickt. Eine Tasse Kaffee bekommen. Im Ort gefrühstückt. Dann weitergefahren. Zu Mittag eine Melone geschenkt bekommen. Ich wollte etwas zu Trinken kaufen aber in 5 Läden war nichts zu bekommen. So habe ich nur warmes Wasser getrunken. Eine junge Französin kennengelernt, die hier ihren Urlaub bei einem Hilfsprojekt verbringt. Bis zum Abend mein Fahrrad geflickt. Es hält nicht! Abends nett mit ihr unterhalten und gut gegessen: Rind mit einer Art Nudeln. Wegen der Wärme schlecht eingeschlafen. Gegen 7.00 Uhr von den Allah-Stimmen geweckt worden.

11.10.2000

Rad etwas aufgepumpt. Es scheint zu halten. In der nächsten kleinen Stadt in einem Restaurant zu Mittag gegessen und etwas Kühles getrunken. Während der Mittagshitze die Zeit bei einer Familie verbracht. Es ist herrlich hier. Die Fledermäuse schwirren umher, die Vögel zwitschern und die Grillen ..... Abends hier geblieben.

12. + 13.10.2000

Etwas gefrühstückt. Dann mit der Frau des Hauses und einem Eselskarren in ein anderes Dorf gefahren. Es war sehr interessant. Als wir zurückkamen war es Mittag. Also blieb ich dort. Als ich schon im Bett lag, wurde ich zum Teetrinken an der Strasse wieder herausgeholt. Heute habe ich mir Blasen an den Händen durch das Wasserhochziehen geholt. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen losgefahren. Es ist bewölkt und nicht sehr heiss. Deshalb habe ich es auch bis Ouro Sogui geschafft. Gegen 17.00 Uhr eine nette Einladung abgelehnt, damit ich meine Sachen und mich mal wieder richtig waschen kann. Nettes Hotel mit Dusche/WC gefunden. Hähnchen gegessen. Es sind kaum Gäste da. Das Fahren ist herrlich und ich werde laufend begrüsst. Die Leute winken und laufen mit. Hier sind unendlich viele Frösche.

14.10.2000

Ab 3.30 Uhr regnet es in Strömen bis zum Mittag. Es ist Samstag und die Bank öffnet erst am Montag. Also im Hotel geblieben. Mit dem Taxi in den nächsten Ort gefahren, um einen neuen Schlauch zu besorgen. Aber ein 28-Zoll Schlauch ist nicht zu bekommen. Also neues Flickzeug gekauft. Gut, dass der Reifen hält. Zu Mittag gegessen und Briefe geschrieben. Morgen möchte ich weiterfahren. Mir gefällt es nicht so gut und bis Montag kann ich in Bakel sein. Dort ist die nächste Bank.

15.10.2000

7.00 Uhr aufgestanden und für die Fahrt fertiggemacht. Es regnet etwas. Den ganzen Tag Gegenwind. Ein Händler brachte mir Kaffee und Baguette zum Frühstück. Im Restaurant wollten die Leute für das Mittagessen kein Geld. Auf der Hälfte der Strecke nach Bakel bei einem Dorfchef übernachtet. Es war nicht ganz so herzlich, wie ich es gewohnt bin, trotzdem ganz interessant. Mit meinen Tabletten konnte ich der kranken Oma helfen. Auch mein Fieberthermometer kommt gut an. Hier sind viele Menschen krank, aber die Ziegen laufen auch im Haus umher. Brei zum Abendessen. Draussen geschlafen. Es kamen ein paar Mücken und Morgens regnete es.

16.10.2000

Gegen 9.00 losgekommen. Endlich mal kein Gegenwind! Interessante Fahrt. Wunderbar geteerte Strasse, kaum Verkehr, 2 weggeschwemmte Brücken gesehen. Ständig die Rufe Tubab ....Viel Gazelle Limonade getrunken, ist so etwas wie Sprite, da es kein Flaschenwasser zu kaufen gab. Gegen 16.00 Uhr in Bakel angekommen. Herrlich gelegen aber ansonsten recht ungepflegt. Zuerst die Bank gesucht. Leider verwaltet sie nur die Konten der Anwohner. Ein Taxi gesucht, dass mich nach Ouro Sogui zurückbringt. Für 35000 CFA einen jungen Mann gefunden. Die Landschaft hat nun Hügel und mehr Bäume.
"); ?> "); ?> Reisetagebuch 21.09. bis 16.10. 2000