Erst gegen 8.00 Uhr aufgestanden. Vorher gegen 4.00 Uhr eine Tablette gegen
Erkältung genommen. Nach dem Frühstück in der Stadt Tee
getrunken. Karten und Briefe geschrieben. Die Stadt ist einigermassen sauber
und hat schon gestern einen guten Eindruck gemacht. Kuchen und Eis gegessen.
Dem Magen geht es schon besser :)) Aber nach 2 km Fußweg total
verschwitzt und ausser Atem. So kann ich noch nicht weiterfahren. Weil
Sonntag ist, hat die Apotheke zu. Die Stadt ist ruhig. Es wird mir geraten,
die asphaltierte Strasse zu nehmen. Abends kommt die Sonne. Sofort wird es
angenehm. Mit einem Pullover zum Essen gegangen. Da es den gleichen Fisch
gab, Kotelett gegessen und für morgen Moräne bestellt. Obwohl ich
krank bin, geht es mir super und ich bin glücklich. Ich mache mir z.Z.
über nichts Sorgen. Ich bin so braun wie nie und habe bestimmt schon
einige kg abgespeckt.
11.09.2000
Der Husten löst sich. Sattel polstern lassen für 30 DH = 6,00 DM.
Anschliessend mit dem Range Rover nach St. Quarsik gefahren. Die Piste ist
für das Fahrrad zu schlecht. Entgegen einer Aussage fuhr kein Auto
zurück. Also 18 km gelaufen. Das merkte ich dann im Rücken.
12.09.2000
Am Atlantik waren immer Wolken und Nebel. Ab 17.00 Uhr kam die Sonne heraus.
Ich habe mir im Bett das Essen servieren lassen, um meinen Rücken zu
schonen. Gegen 9.00 Uhr losgefahren. In Mesti Sardinen zum Mittag gegessen.
Ab dort wurde die Strasse einspurig. Ich musste ein ganzes Gebirge
überwinden. Viel geschoben. Mit Kindern und Strassenarbeitern
gesprochen und Tee getrunken. Gegen 17.30 Uhr Guelmim erreicht. Ca. 7 Jungen
empfingen mich mit ihrem Fahrrad. Auch Ältere loben immer wieder
Deutschland. Hotel mit Dusche. Nach dem Duschen erst mal ins Internetcafe.
Nach dem Essen für Mohammed einen Brief an seine Freundin in Nottuln
geschrieben. Anschliessend mit Mohammed Bier auf dem Schwarzmarkt gekauft.
Ich treffe ihn an jeder Ecke wieder. Brauche noch Amber gegen Skorpione und
Schlangen. Gegen Mitternacht zu Bett. Guelmim kann als Beginn der Wüste
= Desert angesehen werden.
13.09.2000
Gegen 9.00 Uhr zum Internetcafe. Alle hatten geschlossen, trotz angegebener
Öffnungszeit. Aus der Stadt herausgefahren. Gegen 10.00 Uhr hat
Christine meine Mail von gestern noch nicht gelesen. (Hat sie wohl, nur
nicht direkt geantwortet) Angenehme Temperatur, gute Strasse, relativ wenig
Autos. Nach der Hälfte der Wegstrecke nach Tan Tan war ein
Militärposten, der meinen Namen aufschrieb. Dort in einem Laden
geblieben, weil es der letzte Ort vor Tan Tan sein sollte, ich Nasenbluten
hatte und müde war. Vielleicht zehrt die Sonne. Morgen probiere ich es
mit Hemd. Mit verschiedenen jungen Männern Tee getrunken und Spass
gehabt. Sie brachten mir ein wenig arabisch bei. Ich will Khadija damit
überraschen. Nachmittags merke ich mein rechtes Knie. Gegenwind kommt
auf. Morgen soll es früh losgehen. Bei einem Lehrer auf einem Bauernhof
mit den 4 Männern vom Nachmittag geschlafen. Einem soll ich auf
englisch einen Brief schreiben.
14.09.2000
Nach Reis und Tee zum Frühstück gegen 9.00 Uhr losgefahren. Zuerst
ganz eben, dann wurde es wieder hügelig. Nach 100 m schieben, bin ich
schon total k.o. Ich weiss nicht, woran das liegt. Vielleicht ist es die
Grippe, die in mir steckt oder die Sonne, die ich ansonsten wegen des
Fahrtwindes kaum merke. Aber ein Polizist - 3. Kontrolle in Marokko - sagte,
dass es heiss ist in Qued Draa. In Tan Tan ganz gutes Hotel gefunden.
Geduscht! Internetcafe aufgesucht. Die Strassen sind sehr gut, nur alle 5
Minuten ein Auto. Hier hat es seit 4 jahren nicht geregnet. Trotzdem sind
viele sehr stinkende Pfützen da. Vermutlich entleeren LKWs schlechte
Fracht. Es war kein Ort bis Tan Tan. Ab Tan Tan Plage muss ich dann viel
Wasser mitnehmen. Abends Fisch gegessen und etwas die Stadt angesehen. Sie
ist ziemlich gross. Hier nehmen sie die Visacard nur noch bei der Bank.
63 km in 4 Stunden
15.09.2000
Nach dürftigem Frühstück losgefahren. Ein Berg bis Tan Tan
Plage. Enttäuschend, nur 1 schlechtes Hotel. In der Apotheke
Hustenmedikamente gekauft. Im Strandrestaurant gut zu Mittag Steak gegessen.
Ich überlege, ob ich noch Sachen zurückschicken soll. z.B.
Heringe, Regenzeug (Medikamente) Filme, Batterien und Essgeschirr. Die
Sachen zu Khadija geschickt mit der Bitte, die Filme Christine zukommen zu
lassen. Leider den Tacho aus Versehen auf 0 gestellt. Zum ersten Mal im
Kanister 3 Liter Wasser mitgenommen. Der Fisch, eine Flunder war gut. Besuch
des Internetcafes. Bei der Rückkehr im Hotel war ein Empfang mit Kuchen
für mich vorbereitet worden. Noch ca. 1 Stunde mit ca. 10 Leuten
unterhalten. Dann ins Bett.
16.09.2000
Erst gegen 9.00 Uhr losgekommen. Das Hotelpersonal schlief noch. Dann eine
praktisch ebene Strasse bis Sidi Akhtennir. Am Qued Zahar plötzlich 3
Tankstellen. Die ersten Löffler gesehen. Leider war starker Gegenwind,
der etwas bremste. Abends in Sidi Akhennir in dem ersten Restaurant, welches
nach nichts aussah, sehr leckeren Fisch gegessen. Die Polizei kontrollierte
mich im Restaurant zum 5. mal seit Guelmim. Dann lud sie mich ein, beim
Polizeiposten zu schlafen. Zu meiner Sicherheit. Ich nahm an. Einen besseren
Platz gab es sowieso nicht. Im Restaurant vorher waren aber auch einige
Bettgestelle im Raum. Zuerst wollte ich da bleiben. Das Wetter ist nebelig,
als wenn es gleich anfangen würde, zu regnen. Die Luft ist sehr feucht
und der Wind kühl. Nierenschutz angezogen. Strasse gut, Autos alle 5
Minuten. Also ideal zum Fahren. Die Strasse ist fast immer nur 50 m vom 100
m Steilufer entfernt. Alle 300 m sitzt ein Angler, der von oben die Fische
fängt. Kormorane und Fahrrad fotografiert. Früh geschlafen. Ich
fühle mich wohl.
17.09.2000
Lange und gut geschlafen. Erst gegen 8.00 Uhr aufgestanden. Im gleichen
Restaurant spärlich gefrühstückt. Dann gut und flott mit dem
Wind gefahren. Teilweise war die Strasse vom Sand verweht. Zwischendurch
etwas Tee bekommen. Auf den Klippen geschlafen. Es scheint auch verwilderte
Schafe zu geben. Nach dem Mittag für 15 km starker Rechtswind, der sehr
nervte, weil es anstrengend ist, auf die Knie geht und ich nicht
weiterkomme. Dann wurde es wieder besser. Abends Tarfaya erreicht.
Unangenehmes Hotel, schlechter Service, unsauber, geldgierig usw. Zum
Waschen in einen Duschsalon gegangen. Heisses Wasser aus dem Eimer. Aber es
tat gut. Ein deutsch sprechender Fischer lud mich zum Essen ein. Das Essen
war sehr gut. Adressen getauscht. Er möchte gern direkt Fisch nach
Deutschland liefern. Gegen Mitternacht ins Bett. Zum ersten Mal ganzen Tag
Nierenschutz getragen. Abends Pullover.
18.09.2000
Bei der gleichen Familie gefrühstückt. Brot und Erdbeermarmelade
dazu gesteuert. Dann bei strahlend blauem Himmel und starkem Rückenwind
fast total eben gefahren. An Tankstellen und einer Wasserstelle Pause
gemacht. An dem Wasserkiosk fotografiert, Tee getrunken und Hammel zu Mittag
bekommen. Gegen 16.00 uhr in Laayoune eingefahren. 3 Sterne Hotel gefunden
mit Badewanne. Herrlich!!! Im Internetcafe gab es keine Nachrichten für
mich. Fisch gegessen und mit Khadija telefoniert. Nach Teetrinken ins Bett.
Schlecht eingeschlafen. Seit Guelmim 6. Mal kontrolliert worden. Aber die
Polizei ist sehr nett.
19.09.2000
Lange im Bett geblieben. Kurz gebadet und gefrühstückt. Mineralien
als Wasserzusatz nicht bekommen. Bei starkem Rechtswind 25 km bis Laayoune
Plage gefahren. Dort gutes sauberes spanisches Hotel gefunden. In der Stadt
gebummelt. Dann bis Abends geschlafen. Muss doch wohl sehr müde sein.
Dann gebratene Sardinen vom Stand gegessen und Essensvorrat für morgen
eingekauft. Ich überlege, ob ich Sattel und Lenkrad etwas höher
stellen soll. Früh zu Bett. Angeblich ist hier Sommer und die heisseste
Jahreszeit nach Karte. Aber Abends ist mir im Hemd zu kühl.
20.09.2000
Im Hotel gab es kein Frühstück. Dieses in der Stadt eingenommen.
Dann gute Fahrt nur manchmal Wind von rechts bis Sensid. Dort an der
Tankstelle mit Moschee gegessen und nach einem Schlafplatz gefragt. Sie
verwiesen mich auf mein Zelt. Zum Strand gefahren. Dort waren Jungen, in
deren Haus ich schlafen konnte. Wetter super angenehm. Ab 16.30 Uhr Pullover
angezogen. ca. 40 Autos und gute Strasse. Herrlich. Ich merke die Sonne auf
der Haut. Den ganzen Tag kein Hemd und keinen Hut aufgehabt. Die Jungens
pflanzen hier Bäume für eine spätere Stadt. Wir kletterten am
Steilufer entlang und sie zeigten mir verschiedene Quellen und wie das
Wasser am Ufer aus den Felsen kommt und von oben herunter tropft. Leider
hatte ich keinen Fotoapparat dabei. Mit der Abendsonne hätten es
fantastische Fotos werden können. Das Klettern war gefährlich, aber
hochinteressant. Abends noch mal Fisch gegessen und spät geschlafen.
Aus dem Haus sollte ich Abends wieder raus, weil es zur Tankstelle
gehört. Bei dem Führer der Jungen im Zelt übernachtet.